Freitag, 9. März 2012

eute wegen einer schon den ganzen Winter andauernden merkwürdigen Durchblutungsgeschichte in den Fingern bei der Hausärztin gewesen. Diagnose: Raynaud-Syndrom. "Kein Ding", hat sie gemeint, "ist nicht gefährlich. Musiker mit starker Fingerbelastung bekommen das gelegentlich." Dann gab's noch ein bisschen Geschimpfe, warum ich meine, bei minus 15 Grad ohne adäquates Handschuhwerk mit dem Rad fahren zu müssen, und bei meinen Winzpfötchen wäre statt einer den ganzen Armapparat schwer belastenden Bratsche vielleicht eine Triangel als adäquates Instrument angebracht. Ne, keine Bange, meine Hausärztin und ich verstehen uns blendend. Sie war ein paar Jahre in Südafrika ehrenamtlich tätig, und wenn man dann zurückkommt und das therapieren soll, was der durchschnittliche Bayer unter krank versteht (aber bitte mit Apothekenrezept und vier Wochen krankschreiben), kann ich schon verstehen, dass man dann gelegentlich etwas sarkastisch wird. Beim (primären) Raynaud-Syndrom ist (durch irgendeine Nervengeschichte in der Hand) die Temperaturschätzung des Körpers in den Kapillargefäßen der äußersten Extremitäten gestört; bei der geringsten Abkühlung werden dann sofort Mechanismen in Gang gesetzt, die eigentlich für arktische Kälteeinbrüche reserviert sind, was etwas befremdlich, manchmal unangenehm bis gelegentlich schmerzhaft ist. Meistens löst sich das Ganze nach zwei, drei Minuten wieder. Wenn die Intervalle länger werden, soll ich wiederkommen, dann gibt's Tabletten (aber nur dann). Jetzt hab ich also hin und wieder Zombiefingerchen. ;-) Das nächste Mal mach ich ein Foto, es sieht wirklich gruselig aus.
Also ein weiterer Grund, sich zu freuen, dass heute die Sonne geschienen hat und es (bestimmt gleich) endlich Frühling mit einhergehenden milderen Temperaturen wird. Das überzeugenste Argument ließ sich diesen Abend im Ahornbaum vor meinem Mansardenfenster nieder: Endlich endlich sind wieder diese lichtblauen Abende mit Amselrichgesang da.

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