Mittwoch, 24. November 2010

Hurra, wir leben noch

ugen aufschlag* *blinzel* *umguck* Mhmmuähhwasistwobinichnochmal? *hingebungsvoll Nase putz* So, jetzt geht's wieder. Seit zwei Wochen bin ich krank, fiese Mittelohrentzündung, ausgehend von einer Mandelentzündung, die sich jetzt, und das ist gottseidank immer das Zeichen einer bakteriellen Verzweiflungstat, in den Bronchien verschanzt hat, wo ich die Infektion mit GeloMyrtol, das ist das Zeug, mit dem man so gut nach Koala duftet, in Schach halte. Also auf dem Weg der Besserung. Ein Glück. Wenn man mal verschnupft ist, einen Tag zu Hause bleibt, ein nettes Buch liest, Tee trinkt und sich entspannt, ist das eine tolle Sache, aber auf dem Höhepunkt dieser Tortur hätte ich alles darum gegeben, in Doppelschichten in die Uni zu gehen und zu arbeiten anstatt so elend wie ein Kadaver auf dem Sofa zu liegen und wirklich nichts tun zu können außer zu dämmern und die Minuten bis zur nächsten Keuchhustenattacke zu zählen. Gestern war ich schon wieder probehalber in der Arbeit, musste aber nach vier Stunden aufgeben und heimgehen. Uni läuft aktuell auch nur auf halber Kraft.
Ich hatte gehofft, den völlig nutzlosen Reizusten schon letzte Woche dämpfen  zu können, nachdem mir der Hausarzt ein Mittelchen namens Capval mitgegeben hat. Der Hauptwirkstoff ist Noscapin, ein Alkaloid aus dem Schlafmohn, im Beipackzettel stand unter Nebenwirkungen irgendetwas von "sehr selten auftretenden Bauchkrämpfen". An dem Tag hab ich noch nebenbei Ibuprofen zur Schmerz- und Fieberlinderung und Entzündungshemmung nehmen müssen, und dass es beim der ersten halbdosierten nachmittäglichen Einnahme zwei Stunden später ganz leichte Magenkrämpfe gab, schob ich das auf das Antibiotikum. Am Abend warf ich mir dann die Standartdosis (zwei Pastillchen) ein und beschloss frohgemut, das Ibuprofen wegzulassen, da ich ja diese Nacht endlich wieder schlafen sollte. Ha, denkste - um Mitternacht fand ich mich im Bad kauernd auf den kalten Fliesen wieder, der Körper zusammengezogen von bestialischen Muskelkrämpfen im Brustbereich, die mich nicht atmen ließen, die Haut kalt, klebrig und schweißbedeckt. Eine halbe Stunde muss ich da gelegen haben ohne mich rühren oder wenigstens rufen zu können, dann hatte ich die Kraft, um mir Buscopan einzuwerfen, woraufhin sich die Spastik nach einer weiteren halben Stunde langsam löste, ich ins Bett wankte und in einen komatösen Schlaf fiel. Am folgenden Morgen habe ich dann in Internet von ziemlich vielen Menschen mit ähnlichen Symptomen nach der Einnahme von Capval gelesen. Kinder bekommen davon offenbar horrorähnliche Halluzinationen. Wie man bei dem Stand der Dinge im Beipackzettel noch von "sehr seltenen Oberbauchkrämpfen" sprechen kann, ist mir ein Rätsel, denn in der Nacht dachte ich allen Ernstes, ich müsse nun sterben. Naja, der Husten war da zumindest weg. *höhö* Jetzt vertraue ich wieder auf die gute alten Dampf-Inhalation, Salbeibonbons und Erkältungssalbe, und hoffe, dass sich das Ganze bald legt. Normalerweise wird in einer Vorlesung ja ständig gehüstelt, aber wenn aus einer Ecke immerzu ein Röcheln wie von einem sterbenden Pferd kommt, ist irgendwann sogar der Dozent genervt.

Kommentare:

  1. Gute Besserung, das klingt wirklich übelst..

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  2. Wah - übel! Das ist ja unglaublich... Das würde ich dem Arzt unbedingt sagen, wenn Du ihn das nächste Mal siehst. Womöglich nimmt er den Beipackzettel ja auch ernst.

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